Die Idee
Ob Holz oder Fleisch? Das ist die Frage…

Was wir wollen
Mit Der Karneval von Pinocchio erschaffen wir ein poetisches Musiktheater, das Literatur, Schauspiel und klassische Musik zu einem Erlebnis für alle Generationen verbindet. Wir wollen die Grenzen zwischen Erzählung, Konzert und Theater durchlässig machen und gemeinsam mit dem Publikum eine Reise antreten, durch Fantasie, Erinnerung und Selbsterkenntnis.
Dabei geht es uns nicht nur um Unterhaltung, sondern um die Wiederentdeckung der Frage: Wer bin ich? Und wer will ich sein? Das uralte Thema der Verwandlung ist aktueller denn je und es trifft in dieser Fassung mitten ins Herz. Musik wird zum inneren Motor, der Text wird zur Reise und die Bühne wird zu einem Ort, an dem Wirklichkeit und Vorstellung verschmelzen.
Gleichzeitig verstehen wir dieses Projekt auch als kulturelle Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche, besonders für Berliner Schüler*innen im Alter von 6 bis 12 Jahren. Durch die Verbindung von Musik, Erzählung und Theater möchten wir ein sinnliches Erleben ermöglichen, das über das Konzertformat hinausgeht und Kindern auf Augenhöhe begegnet.
Warum Pinocchio?
Pinocchio ist mehr als nur ein Kinderbuchheld. Er ist ein Symbol für das Wollen, das Scheitern, das Lernen und das Träumen. In unserer Fassung zeigt sich Pinocchio nicht nur als naive Holzpuppe, sondern als Suchender, der sein Menschsein erst noch finden muss. Seine Reise ist eine Allegorie auf unsere Zeit, voller Umwege, Versuchungen und Fragen.
Gerade in einer Welt, in der Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge, Realität und Täuschung verschwimmen, wird Pinocchios Geschichte zur Parabel über Verantwortung, Freiheit und Selbstwerdung. Seine Wandlung, ob aus Holz oder Fleisch, ist die zentrale Metapher für das Erwachsenwerden in einer unsicheren Welt.
Für Kinder wird Pinocchio zur Identifikationsfigur, für Erwachsene zur Einladung, sich an die eigene Wandlungsfähigkeit zu erinnern.
#1
Die Idee
Ausgangspunkt war die Frage: Wie kann man Camille Saint-Saëns‘ Karneval der Tiere neu hören, neu erleben und neu erzählen. Die Antwort war: mit Pinocchio. Seine Reise durch Welten und Wesen, seine ständige Verwandlung und sein Staunen über das Leben passten wie selbstverständlich zu den musikalischen Bildern des Karnevals.
Die Musik wird nicht bebildert, sie wird durchlebt. Tiere, Menschen und Fabelwesen erscheinen nicht als bloße Illustrationen, sondern als Spiegel innerer Zustände. Die Collage aus Text, Musik und Szene erlaubt es, Saint-Saëns‘ Werk mit neuen Ohren zu hören, ohne es zu verraten.
In unserer Fassung träumt Pinocchio diesen Karneval. In seinem Traum begegnet er den Tieren, ihren Klängen, ihren Eigenheiten und erkennt darin etwas über sich selbst. Die Kombination aus Collodis Geschichte und Saint-Saëns‘ Musik bringt zwei klassische Werke zusammen und schafft daraus eine neue Erzählung für die Gegenwart.
#2
Warum nicht nur für Kinder
Weil die Fragen, die Pinocchio stellt, jeden Menschen betreffen. Was ist wahr. Was macht mich aus. Wann bin ich ich selbst.
Die Erzählung ist reich an Humor, Tiefe, Poesie und Doppelbödigkeit. Kinder lachen über Pinocchios Tollpatschigkeit, Erwachsene spüren die Tragik dahinter. Die Inszenierung spielt mit dieser Mehrschichtigkeit und lädt dazu ein, als Familie oder generationsübergreifendes Publikum gemeinsam zu erleben, zu erinnern, zu verstehen.
Zudem trägt das Projekt zur musikalischen Bildung bei. Die Kinder erleben klassische Musik nicht als abstrakte Hochkultur, sondern als erzählerisches Abenteuer. Sie lernen Instrumente und Klangfarben kennen und verbinden sie mit Charakteren, Bewegungen, Bildern.
#3
Hoffnung für die Zununft
Pinocchio scheitert oft und gründlich. Aber er gibt nie auf. Er lernt. Er fragt. Und er verändert sich. Diese Kraft zur Wandlung, zum Weitergehen trotz Fehler, ist unsere zentrale Botschaft.
In einer Zeit globaler Krisen, sozialer Umbrüche und kultureller Ratlosigkeit braucht es Geschichten, die nicht mit Lösungen kommen, sondern mit Mut. Der Karneval von Pinocchio zeigt, dass Menschlichkeit nicht perfekt ist, sondern wächst. Dass Hoffnung nicht naiv ist, sondern notwendig.
Dieses Projekt ist eine Einladung, gemeinsam zu träumen und dabei die Kraft zu finden, unsere Welt mit neuen Augen zu sehen.